Mirjam Modric (10.12.2017)

Kind, Knecht & König – Festliches Weihnachtskonzert von musica salutare

 

Am Sonntag, 10. Dezember, war im Christlichen Zentrum, Reutlingen das
Kammerorchester musica salutare aus Stuttgart mit einem festlichen Konzert
zu hören. Mit den schwungvollen und feierlichen Stücken von Tomaso Albinoni
und Antonio Vivaldi gleich zu Anfang wurden dem Zuhörer Ohren und Herzen
geöffnet und die Sinne für die freudige Erwartung geweckt, die die
gegenübergestellten Worte aus Sacharia 9, „Tochter Zion, freue dich sehr“,
ausdrücken. Mit Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 5 wurden nicht nur die
Tore geöffnet, sondern aus den Angeln gehoben (Psalm 24) für den
einziehenden König. Dass dieser König, Jesus, der ans Kreuz gebrachte Retter
der Menschen ist, rief der zweite Satz des Bachschen Meisterwerkes mit den
Seufzermotiven in h-moll im Trio zwischen Flöte, Geige und Cembalo und dem
Dialog zwischen Jesus und Pilatus aus der biblischen Erzählung dem Hörer in
Erinnerung. Das herausfordernde Cembalospiel in diesem Stück wurde von Lutz
Lampert gemeistert und eine exzellente Darbietung mit der Flöte von Matthias
Lyding beglückte die Ohren.


Eingerahmt von den Brandenburgischen Konzerten  Nr. 5 und Nr. 2 boten die
Musiker den Zuhörern ein zu Herzen gehendes musikalisches Wechselspiel von
improvisierten Einlagen und Chorälen und Bibellesungen über Philipper 2 und
Offenbarung 22 Vers 17 im zweiten Teil.

 


Mit Chorälen wie „Großer Gott wir loben dich“ und „O Haupt voll Blut und Wunden“
begann diese musikalische Anbetung. „Er nahm die Gestalt eines Knechts an,
darum hat Gott ihn erhöht und ihm den Namen über alle Namen gegeben“. Die
Musiker, unter Anleitung von Adelheid Abt an der Geige, ließen ihre
Instrumente die Worte sprechen und tauchten mit ihrer Improvisation den Raum
in eine heilige, heilende Atmosphäre. Quasi auf ihren Violinen betend liefen
einige Spielerinnen durch die Gänge des Saals, und so nah wie die Musik den
Zuhörenden kam, so klar offenbarte sich Gott und berührte die Seelen.
Matthias Lydings Flöte konnte nicht anmutiger jubilieren, um den Spross
Davids und den hellen Morgenstern zu besingen. Ganz persönlich durfte man
die Abschluss-Improvisation für sich in Anspruch nehmen, die Jesu Angebot
„und wen dürstet, der komme und nehme das Wasser des Lebens umsonst“
feierlich ausdrückte.


Adelheid Abt leitete weise und sensibel das ganze Ensemble durch die
Konzertdarbietung mit sanftem Körpereinsatz, gleichsam alle Musiker mit
einem unsichtbaren Band umschlingend, das sie zu einer Einheit formte.
Sicherlich ging jeder Zuhörer nach diesem Erlebnis erfüllter nach Hause, als
er gekommen war und wenn er nur die Hoffnung auf die Erfüllung der
Jahreslosung für das kommende Jahr mitnahm: „Gott spricht: Ich will dem
Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“