Konzert in Rutesheim 31.01.2026

31.01.2026

auftretenden Solisten Monika Herzer, Sopran und Florian Sitzmann, Klavier, wie stimmig die aufgeführten Werke zusammengestellt waren.

Nach einer kurzen Begrüssung, bei der sich die veranstaltende evangelische Kirchengemeinde über den Konzertbesuch von nahezu 250 Personen aus nah und fern freute, begann das Konzert schwungvoll mit dem Streichquartett Nr. 12 F – Dur für zwei Violinen, Viola und Violincello von Antonin Dvorak, das er Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika schrieb. Die vier Instrumentalistinnen spielten aus diesem Werk, das auch als „American“ bekannt ist, das Vivace ma non troppo. Die Auffüh-rung zeugte von einer außerordentlichen Freudigkeit und Farbenpracht und eröffnete so das wundervolle Konzert.

Adelheid Abt übernahm auch die Sprecherin zwischen den einzelnen Werken, zitierte dabei entsprechende Bibelstellen und verwies auf besondere Schwerpunkte. So im nächsten Stück das Klavierkonzert Nr. 1 d-moll, das Allegro von Johann Sebastian Bach, das viele Synkopen aufweist, die den Hörer irgendwie überrumpeln. Dem Pianisten Florian Sitzmann war anzumerken, wie sehr er es genoss, mit dem Kammerorchester klassische Musik zu interpretieren. Er ist Professor für Musik-produktion an der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim und langjähriges Mitglied bei der Band „Söhne Mannheims“ als Keyboarder. Als Zuhörer war es beeindruckend , wie Klavier und Orchester das Werk in ein quasi „Frage – und – Antwort – Spiel“ darboten.

Dann folgte der Höhepunkt des Konzerts. Zu den besonderen Fähigkeiten des Kammerorchesters, das Adelheid Abt 2010 gegründet hat, gehört, Improvisationen aufzuführen. Dabei werden vorgegebene Harmonien zwar grundsätzlich beibehalten, die Instrumente improvisieren aber dazu frei. So entstehen von Konzert zu Konzert immer wieder unterschiedliche Interpretationen. Und das gelingt dem Orchester bravourös unter der Leitung der mitspielenden Konzertmeisterin Adelheid Abt. So auch bei diesem Konzert die Improvisation zu Psalm 4 mit der Sopranistin Monika Herzer. Mal sang mit ausdrucksstarker Stimme die Sopranistin, dann die erste Violine, das Klavier, das Cello, immer begleitet vom einfühlsamen aufspielenden Orchester. Gesanglich dargeboten wurden Kernsätze wie: „Du bist mein Gott, auf den ich vertraue!“ oder“ Niemand ist so, wie du. Du bist mein Halt und mein Fels. Oder „Jesus, du bist das Leben, die Kraft. Oder zum Schluß „Herr, das brauche ich auch, was können wir erwarten.“ Kurze stille Pause und dann brandete Beifall auf.

Die beiden Schlussstücke W.A.Mozarts Klavierkonzert Nr. 9 Es – Dur, das Andantino, das er schon als Meisterwerk in jungen Jahren geschrieben hat, zeigte die Klasse des Pianisten und des Orchesters. Zu dem Text Johannes 14, 27 „ Den Frieden lasse ich euch“. Mal war das Klavier dominant, mal das Orchester und umgekehrt, aber immer bedacht auf Harmonie. Das Ende bildete die Serenade für Streicher E – Dur von Antonin Dvorak, die überschrieben ist mit Leben und Frieden zu der Stelle Römer 8, 6. Das Moderato, Tempo die Valse, das tiefstimmige Larghetto und das schließende Allegro vivace beendeten das wundervolle Konzert. Dem Schlußwort folgend gab es noch eine Zugabe. Florian Sitzmann kündigte eine Klavierimpro-visation an und bekannte zuvor, wie sehr er es geniest, klassisch bei der Tournee des Kammerorchesters dabei zu sein. Und diese Improvisation, zuerst das Klavier und dann das Orchester behutsam dazustoßend, hatte es in sich. Nicht enden wollender Beifall belohnte die Musikdarbietenden. Danke Musica Salutare!!!!

 

Reinhart Boehm